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Haus Sauromatos
verfasst von Mikhail
veröffentlicht am 24. Januar 2018
Haus Sauromatos

Zunächst will ich mich für die Möglichkeit bedanken, uns als House in den Atlanten vorstellen zu können.
Haus Sauromatos stellt den Versuch dar eine mehrjährig gewachsene Lehrtradition in Form eines vampyrischen Haushaltes zusammenzufassen und durch ein gutes Beispiel diese in unseren Augen bewahrenswerte Art vampyrischer Selbstorganisation im deutschsprachigen Raum wieder stärker zu etablieren.

Jeanette: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine eigene Internetpräsenz zu eröffnen?
Als ich vor ein paar Jahren die Bühne vampyrischer Gemeinschaften betreten habe, haben sich Houses, Covens etc. im deutschsprachigen Raum bereits rar gemacht und waren in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Gelebte Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum haben mein Bild von derartigen Zusammenschlüssen also nicht beeinflussen können. Stattdessen lieferten mir über die Jahre primär Blicke jenseits des Atlantiks Bilder wie vampyrische Kultur auch gelebt werden kann. Eigene Nachforschungen in der Geschichte vampyrischer Selbstorganisation, soweit ich Quellen auftreiben konnte, festigten in mir den Wunsch diese vielfältigen und faszinierenden Strukturen auch noch für kommende vampyrische Generationen in authentischer Weise erfahrbar zu machen, als ein lebendiges Kulturgut auch im deutschsprachigen Raum.

Jeanette: Welche Ziele verfolgt ihr mit Haus Sauromatos?
Ich bin davon überzeugt, dass vorallem die Vielfalt unterschiedlicher Angebote maßgeblich zur anhaltenden Faszination von Clans, Houses, Covens, Familien, Packs und derartigen Strukturen beiträgt, und somit auch langfristig zur anhaltenden Faszination vampyrischer Kultur, dessen Bewahrung für mich die Motivation hinter dem ganzen Bestreben ist. Was mir vorschwebt ist eine pluralistische Landschaft, wo für jeden was dabei ist, mit einzelnen Zusammenschlüssen, die offen und selbstbewusst genug sind, um sich auch den kritischen Augen von Seinesgleichen aussetzen zu können im Hinblick auf die Wahrung ethischer und qualitativer Standards innerhalb der Vampyrgesellschaft.
Diese Vision mag idealistisch klingen, halte ich aber für absolut machbar. Die Vorstellung meines Hauses vor euch sehe ich als wichtigen großen Schritt in Richtung der Realisation dieser Vision an. Ich bin mir bewusst, dass ich mir damit nicht nur Freunde machen werde, dass viele sicherlich nicht so viel mit dem Thema anfangen können werden, dass nicht wenige generell skeptisch gegenüber Häusern, Covens und ähnlichen Zusammenschlüssen sind, und dass mache Bedenken und Zweifel ob der Motivation dahinter haben werden. Dennoch glaube ich, dass viele an dem Thema und an einer Landschaft mit entsprechenden Angeboten interessiert wären, wenn es denn nicht so kontrovers wäre. Letztendlich will ich vampyrische Haushalte, Covens und äquivalente Strukturen im deutschsprachigen Raum wieder salonfähig machen, sodass geneigte Individuen und Gruppen dazu ermutigt, anstatt entmutigt, werden, neue vampyrische Strukturen aufzubauen, die sich an diesen traditionellen, oftmals exzentrischen und sanguinischen Formen orientieren.

Jeanette: Auf welchen Themen liegt euer Hauptaugenmerk?
Haus Sauromatos entspringt einer Idealvorstellung von derartigen Strukturen, die es schafft ein festes und nüchternes realvampyrisches Fundament durch exzentrischere Elemente zu erweitern, die aesthetisch und intellektuell anregend sein sollen, die vampyrische Kultur feiern, und die unterm Strich einfach Spass machen. Es wird nicht für jeden etwas sein. Allerdings hoffe ich in einem längeren Dialog davon überzeugen zu können, dass diese Strukturen nicht unbedingt eine sektiererische Bedrohung für unsere vampyrische Gemeinschaft sind, sondern vielmehr potentielle Bereicherungen.
Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, habe ich versucht für Haus Sauromatos hierarchische Elemente möglichst flach zu halten, den eigenmächtigen Initiativen von affiliierten Mitgliedern genug Raum zu bieten und insgesamt gestalterische Aspekte zur Geltung zu bringen, die meiner Ansicht nach im Mittelpunkt von Häusern, Covens und ähnlichen Strukturen stehen sollten: die Vermittlung von Wissen, Ressourcen und authentischer Identität in einer persönlichen, familiären Weise. Diese findet innerhalb des Hauses in einem Zusammenschluss von Mentoren statt. Häuser in diesem Verständnis gleichen also organisierten Mentorprogrammen, wie sie auch in anderen professionellen Feldern Anwendung finden, nur eben für Vampyre. Weitergegeben werden kann nur wovon man etwas versteht, die in Haus Sauromatos vermittelten Inhalte beruhen daher letztendlich auf meiner persönlichen Lebensweise als Vampyr und den darauf aufbauenden Ansichten und Positionen, die sicherlich nicht für jeden attraktiv geschweige denn umsetzbar sind, aber doch schon den einen oder anderen eine Stütze sein konnten, worauf ich sehr stolz bin.
An dieser Stelle zur besseren Orientierung, Themen die in besonderer Weise charakteristisch für Haus Sauromatos sind:
-Unser festes Fundament im Orthodoxen Vampyrismus, welcher in Kürze folgende Punkte beinhaltet:
1.) Einen primären Bezug auf die sanguinäre Praxis und die Interessen der Blutrinker in der Vampyrgemeinschaft.
2.) Vampyrische Praxis als Grundlage für die Identität als Vampyr, unabhängig von den individuellen Gründen für die Praxis.
3.) Aufwertung der vampyrischen Praxis als etwas Heiliges.
4.) Praktische Ethik, der vampyrischen Praxis zugrundeliegend und davon abgeleitet mit besonderem Fokus auf Einvernehmlichkeit aller beteiligten Parteien, und dem Ausschluss von Nicht-Volljährigen und Tieren.
5.) Wertschätzung von Vampyrismus als Kulturgut und Respekt vor den Errungenschaften vampyrischer Gemeinschaften.

-Aufbauend auf diesem Fundament unsere Studien betreffend:
Geschichte der Vampyrgesellschaft und Vampyrkultur.
Grenzbereiche des Vampirismus, die Überschneidungen von realem Vampyrismus und magisch-okkult orientiertem Vampirismus.
Blutmystik und die universelle Symbolik des Blutes. Rituelle Formen des gelebten Vampyrismus.
Blutmagie. Nekromantie. Ahnenkult.
Mythologische Blutlinien und vampyrische Ursprungsmythen (Qayin, Lilith, Nephilim)

Jeanette: Wen genau möchtet ihr damit insbesondere ansprechen?
Sanguinär-lebende Vampyre, im oder jenseits des Erwachens, die neben ihren blutigen Bedürfnissen auch einen Hunger nach Wissen verspüren, die die Vampyrische Natur und Lebensart auch jenseits des Erwachens noch weiter ergründen und entdecken wollen, die dabei die eingeschworene Gemeinschaft Gleichgesinnter in einem traditionellen vampyrischen Haushalt zu schätzen wissen und die sich zutrauen der Vampyrgesellschaft mit gutem Beispiel vorran zugehen.

Jeanette: Wen möchtet ihr nicht bei euch sehen?
Die durchaus empfindliche Natur der Themengebiete, mit denen wir uns in unseren Kreisen beschäftigen, verlangt nach der Fähigkeit ein gewisses Fundament nicht aus den Augen zu lassen. Dies ist für uns der Orthodoxe Vampyrismus. Dieser exkludiert Ansichten, die den Vampyr grundsätzlich auf eine höhere Stufe stellen wollen, als seine nicht-vampyrischen Mitmenschen. Wir unterscheiden ganz klar zwischen der bewussten Auseinandersetzung mit den dunkleren Aspekten des realen Vampyrismus und dem Missbrauch von Vampyrismus als Ausrede für einen rücksichtslosen Lebenswandel.
Wir erwarten von unserem Gegenüber ein Verhalten, das unseren ethischen Grundsätzen entspricht.

Jeanette: Existiert eine Altersbeschränkung für die Mitglieder?
Die letztendliche Affiliation mit Haus Sauromatos setzt die Volljährigkeit unbedingt vorraus.

Jeanette: Gibt es noch erwähnenswerte Besonderheiten von Haus Sauromatos?
Im Unterschied zu anderen Einträgen in den Atlanten ist zu sagen, dass wir keine inklusive Gemeinschaft sind, sondern ein exklusiver vampyrischer Haushalt, eine geistige Familie verbunden durch eine gelebte Tradition. Haus Sauromatos ist ebenfalls keine religiöse Vereinigung, unsere Traditionen sind streng säkular.
Haus Sauromatos unterhält jenseits einer virtuellen Visitenkarte, erreichbar über sauromatos.com kein Forum oder ähnliches, sondern beschränkt sich auf persönliche Kontakte und reale Treffen. Der Zugang zu unserer Präsenz und damit unseren Texten ist passwortgeschützt, welches allein in Folge einer persönlichen Anfrage oder in Form einer Einladung weitergegeben wird. Wir rekrutieren nicht. Weiterhin widmen wir uns entschieden der ideellen und praktischen Unterstützung ähnlicher Projekte, Houses, Covens und Familien, um der Vision einer miteinander kooperierenden pluralistischen vampyrischen Kulturlandschaft Schritt für Schritt gemeinsam näher zu kommen.

Kontaktieren könnt ihr Haus Sauromatos außerdem über Facebook oder Tumblr

© Mikhail, Version vom 24. Januar 2018
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