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Unsere Kernthematik dreht sich rund um den echten Vampirismus mit all seinen Facetten und Ausprägungen.
Die Identitätsgruppe der echten Vampire, sog. Vampyre, definieren sich in unsere Kreisen, aber nur wenn wir es auf den aller kleinsten Nenner herunter brechen müssen, über ein Verlangen sich Lebensenergie in Form von Blut einzuverleiben. Freiwillige Spender, sog. Rote Schwäne, sind vollwertige und gut integrierte Mitglieder, die wir mit größtem Respekt behandeln. Eingeweihte Sympathisanten und familiär oder partnerschaftlich Involvierte, sog. Schwarze Schwäne, sind ebenfalls bei uns herzlich Willkommen, solange ihr Interesse nicht auf Sensationslust basiert. Wir betreiben eine der aktivsten und ältesten Internetpräsenzen für Vampyre und blicken nun schon auf über 15 Jahre Erfahrung zurück. In der vergangenen Jahren haben wir viel zur besseren Vernetzung und Kontaktknüpfung zwischen Vampyren und Schwänen beigetragen, mit regelmäßigen Stammtischen in vielen deutschsprachigen Großstädten und länderübergreifenden großen Treffen. Weiterhin ist uns die Aufklärung in unseren Kreisen sehr wichtig mit jährlichen Kongressen und frei verfügbaren Sachtexten rund um das Thema Vampyre.

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Blutfetischismus und Vampyrismus im Vergleich
zugänglich für Besucher
verfasst von Jeanette
veröffentlicht am 25. Juli 2017
Es war bereits in den 1990ern ein immer wiederkehrendes Streitthema, welche Überschneidungen es zwischen Blutfetischismus und Vampyrismus gibt. Die damals noch junge doch stetig wachsende Vampyrgemeinschaft sehnte sich nach festen Definitionen, aber die Grenze zwischen Blutfetischismus und Vampyrismus ist leider sehr unscharf. Die Argumentation drehte sich im Kreis und kam damals nie zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. In der heutigen Zeit interpretieren viele Vampyre die Trennlinie individuell. Es handelt sich theoretisch um eine sinnvolle Lösung. Die eigenen Praktiken sind jedoch oft der Maßstab, was nicht als Blutfetischismus zu werten ist, wodurch sie keine sachliche Definition schaffen, sondern sich nur persönlich vom Blutfetischismus abgrenzen. Die Absicht von Vampyren den Blutfetischismus vom Vampyrismus deutlich abzugrenzen, gründet auf der Annahme, dass es der Vampyrgesellschaft die Authentizität rauben könnte. Vampyre empfinden es nicht einfach als Fetisch, sondern als notwendiges Grundbedürfnis das Blut eines anderen Menschen zu trinken. Einen Vampyr als Blutfetischisten zu bezeichnen, kommt sogar einer Beleidigung gleich. Es führt sogar so weit, dass die Unterstellung eines Blutfetischs missbraucht wird, um die ehrliche Motivation eines Vampyrs anzuzweifeln.

Fetischismus im eigentlichen Sinne bezeichnet die übersteigerte Verehrung eines unbelebten Objekts. Es gibt auf der einen Seite den religiöse Fetischismus, wo figürlichen Gegenständen übernatürliche Mächte zugeschrieben werden. Diese Kategorie trifft allerdings nicht auf den Blutfetischismus zu. Es existiert zwar die Ansicht, dass das Blut der Sitz der Seele ist, aber dies stellt keine Personifikation dar. Ein religiöser Fetischgegenstand hat im entsprechenden Glaubenskonzept ein Eigenleben und muss wie ein Mensch behandelt werden, damit er seine Kraft entfaltet.[1] Auf der anderen Seite gibt es den sexuellen Fetischismus, wozu auch der Blutfetischismus zählt, bei dem ein Gegenstand dem gesteigerten Wohlbefinden, erotischen Lustgewinn oder der sexuellen Befriedigung dient. Das Objekt ist beim gesunden Fetischismus aber kein Ersatz für partnerschaftlichen Kontakte, sondern nur eine bevorzugte Komponente.[2]

Das Blutfetischismus in die Kategorie sexueller Fetischismus gehört, ist ein beliebtes aber nicht ausgereiftes Argument den Blutfetischmus vom Vampyrismus abzugrenzen. Vampyre nehmen das Trinken von Blut als essentielles Grundbedürfnis wahr und einige ziehen sich sogar auf dem Standpunkt zurück, dass es sich nur um nötige Nahrung handelt. Diese Definition hätte einen sexuellen Fetisch komplett ausgeschlossen. Die Mengen sind allerdings zu gering, um tatsächlich den Ernährungszwecken dienen zu können und es ist bis jetzt noch kein Vampyr durch Mangel an Blut verhungert oder verdurstet. Ein Vampyr benötigt Blut also nicht wegen dem physischen Nährwert, sondern symbolisch als seelische Nahrung, um sein Wohlbefinden zu steigern. Das der Konsum von Blut eine Steigerung des persönlichen Wohlbefindens darstellt, spiegelt allerdings einen Aspekt des sexuellen Fetischismus wider, selbst wenn erotischer Lustgewinn und sexuelle Befriedigung ausgeschlossen sind. Die Abgrenzung zum Blutfetischismus ist mit dem Ernährungsargument also nicht eindeutig möglich.

Die Intensität an ausgetauschten Intimitäten mit dem Blutspender, ist auch kein zuverlässiger Maßstab. Vampyre neigen oft dazu ein sehr enges Verhältnis mit ihren Blutspendern einzugehen. Es hat erstens sehr praktische Gründe, da eine vertrauensvolle Beziehung mehr Kontrolle und Sicherheit in Bezug auf ansteckende Krankheiten bedeutet. Es gilt zweitens aber auch als Zeichen des Respekts gegenüber dem dem freiwilligen Blutspender durch Umarmungen und Zärtlichkeiten etwas Zuneigung zurück zu geben. Die Bindung kann sich sogar auf sexuelle Kontakte ausweiten, wenn beide Partner die körperliche Nähe auf diese Art angenehm finden. Es ist ebenfalls möglich, dass bereits vor der ersten Blutspende eine feste Partnerschaft besteht die Sex beinhaltet. Das Kriterium, ob romantische oder sexuelle Motive in der Beziehung zum Blutspender eine Rolle spielen, ist folglich kein konkreter Hinweis auf Blutfetischismus. Die feine Trennlinie findet sich bei der Frage, ob das Blut ein sexueller Stimulus ist oder der Vampyr zum Blutspender nur zusätzlich auch sexuelle Kontakte pflegt.

Die angewandten Praktiken zur Blutgewinnung im Vampyrismus, lassen sich ebenfalls vom Blutfetischismus abgrenzen. Es können zwar die gleichen Utensilien, wie Skalpelle, Rasierklingen und Kanülen zum Einsatz kommen, da es in beiden Fällen allgemein um Blutgewinnung geht, aber die Motivation unterscheidet sich bei genauerer Betrachtung. Beim Blutfetischismus gibt es die Möglichkeit spielerisch flache Schnitte zu ziehen oder temporäre Piercings zu setzen, um einige Tropfen Blut über die Haut fließen zu lassen. Die Entnahme von größeren Mengen mit Kanülen lässt es sogar zu, den gesamten Körper mit Blut zu bespritzen oder einzureiben. Es sieht für einen Blutfetischisten gut aus und fühlt sich angenehm an, es auf der Haut zu verteilen. Das Blut hat in diesen Fällen aber vornehmlich einen ästhetischen Wert. Im Vampyrismus steht aber das Konsumieren von Blut im Mittelpunkt. Es sehen einige Vampyre sogar als große Sünde an, Blut auf diese Art und Weise zu verschwenden.

Das Verhältnis zu Menstruationsblut unterscheidet sich ebenfalls im Blutfetischismus und Vampyrismus. Menstruationsblut kann im Blutfetischismus sehr positiv besetzt sein, da es aus dem tiefsten inneren der Frau kommt und durch ihre Scheide geflossen ist. Es ist für viele Blutfetischisten sexuell sehr aufgeladen und anziehend. Im Vampyrismus ist es genau gegenteilig, da es totes und unreines Blut wahrgenommen wird, dass der Körper abgestoßen hat. Der Gedanke an Menstruationsblut kann für einen Vampyr regelrecht abstoßend und ekelerregend sein.

Es gibt somit bei den Praktiken und der Motivation klare Unterschiede zwischen Blutfetischismus und Vampyrismus. Es lässt sich somit auch genau definieren, ab wann eine Handlung einen blutfetischistischen Hintergrund aufweist, aber es gibt auch einen blutrot fließenden Übergang vom Vampyrismus zum Blutfetischismus. Temporäre Piercings, flache Schnitte oder andere blutige Aktivitäten, die nicht der Blutgewinnung zum Konsumieren dienen, sind trotzdem auf großen Zusammenkünften ein beliebter Programmpunkt. Es ist für Vampyre ein Spiel mit dem Feuer, den Drang nach Blut in einer sicheren Umgebung wie einem Treffen unter Gleichgesinnten zu reizen und ihm erst später in privater Atmosphäre nachzugeben. Im Unterhaltungsprogramm schleicht sich dann also doch wieder der Blutfetischismus in den Vampyrismus ein. Es schließt sich außerdem nicht aus ein Vampyr mit einem Blutfetisch zu sein, sondern es gibt auch Blutfetischisten unter den Vampyren. Der Blutfetischismus ist keine Bedrohung für die Authentizität des Vampyrismus. Es ist nur wichtig die feine Trennlinie zu akzeptieren.
[entfernen]
Anwesend
Jeanette
Kyra
myotis

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