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Unsere Kernthematik dreht sich rund um den echten Vampirismus mit all seinen Facetten und Ausprägungen.
Die Identitätsgruppe der echten Vampire, sog. Vampyre, definieren sich in unsere Kreisen, aber nur wenn wir es auf den aller kleinsten Nenner herunter brechen müssen, über ein Verlangen sich Lebensenergie in Form von Blut einzuverleiben. Freiwillige Spender, sog. Rote Schwäne, sind vollwertige und gut integrierte Mitglieder, die wir mit größtem Respekt behandeln. Eingeweihte Sympathisanten und familiär oder partnerschaftlich Involvierte, sog. Schwarze Schwäne, sind ebenfalls bei uns herzlich Willkommen, solange ihr Interesse nicht auf Sensationslust basiert. Wir betreiben eine der aktivsten und ältesten Internetpräsenzen für Vampyre und blicken nun schon auf über 15 Jahre Erfahrung zurück. In der vergangenen Jahren haben wir viel zur besseren Vernetzung und Kontaktknüpfung zwischen Vampyren und Schwänen beigetragen, mit regelmäßigen Stammtischen in vielen deutschsprachigen Großstädten und länderübergreifenden großen Treffen. Weiterhin ist uns die Aufklärung in unseren Kreisen sehr wichtig mit jährlichen Kongressen und frei verfügbaren Sachtexten rund um das Thema Vampyre.

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Bezug zwischen Kannibalismus und Vampyrismus
zugänglich für Besucher
verfasst von Jeanette
veröffentlicht am 27. Juni 2017
Es ist eine sehr kontroverse Behauptung, dass es Gemeinsamkeiten zwischen Kannibalismus und Vampyrismus gibt. In den 1990ern reagierte die Vampyrgesellschaft hauptsächlich mit bissigem Spott auf den vermeintlich unangebrachten Vergleich. Vampyre können sich ebenfalls nicht von Vorurteilen frei sprechen. Sie belächelten die angebliche Gleichstellung mit menschenfressenden Urwaldvölkern, obwohl bei modernen Formen von Kannibalismus bereits andere Motivationen, als die kulturellen und traditionellen, bekannt sind. In der heutigen Zeit trifft dieser Vergleich jedoch immer noch auf Ablehnung, da die Verbindung mit gewalttätigen Handlungen und verbotenen Taten unerwünscht ist. Vampyren liegt das seelische und leibliche Wohl des freiwilligen Spenders am Herzen und sie wollen keine Vergleiche von vampyrischen Praktiken mit schädlichen Handlungen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema offenbart aber einige interessante Erkenntnisse, die es überhaupt erst möglich machen, eine klare Grenze zwischen Vampyrismus und Kannibalismus zu ziehen.

Kannibalismus bezeichnet das teilweise oder komplette Verspeisen eines Artgenossen. Im Tierreich ist Kannibalismus besonders bei einigen Spinnenarten bekannt, wo die Weibchen unvorsichtige Männchen nach der Paarung verspeisen. In Bezug auf einen Menschen beschreibt es das Einverleiben von menschlichen Gewebe. Blut ist aus biologischer Sicht ein flüssiges Gewebe, das für den Stofftransport und den Wärmehaushalt verantwortlich ist. Es besteht aus unterschiedlichen Zellen, wie den roten und weißen Blutkörperchen. Sie übernehmen verschiedene Aufgaben im Körper, funktionieren aber als Einheit. Es besteht biologisch somit kein großer Unterschied zwischen flüssigem und festem Gewebe. Die Aufnahme von menschlichem Blut durch einen anderen Menschen wäre unter diesen Kriterien kannibalisch.

Die simple Erklärung über eine biologische Definition von Blut, ist aber leider nicht die vollständige Antwort darauf, ob Kannibalismus und Vampyrismus gleichzusetzen sind. Ein künstlerisches Gemälde ist sachlich definiert auch nur Farbe auf Papier, genauso wie eine gestrichene Wand, aber die Intention macht es schlussendlich zu einem Kunstwerk. Eine wichtige Rolle spielen also auch die Umstände und die Hintergründe, die zum Kannibalismus führen. Es ist möglich, die verschiedenen Motivationen in fünf einzelne Gruppen zu unterteilen, von denen einige Ähnlichkeiten zum Vampyrismus aufweisen und andere wiederum keinerlei Verbindung haben.

Die erste Variante ist der traditionell oder kulturell motivierte Kannibalismus. Sie kommt den meisten Menschen bei der Erwähnung des Themas als erstes in den Sinn. Die haitianische Kultur der Caniba, die dem Kannibalismus seinem Namen verlieh, hat die Vorstellungen dahingehend am meisten geprägt. Kolumbus notierte bei seinen Reisen, dass die Bewohner der benachbarten Inseln in ständiger Angst lebten, dass sie entführt und verspeist würden.[1] In der brasilianischen Kultur der Wari war es ebenfalls Tradition, Feinde wie erbeutete Tiere zu zerlegen und verspeisen.[2] Diese Art des Kannibalismus ist weltweit belegt und war ein fester Bestandteil von einigen Kulturen.

Die zweite Variante ist religiös oder mythologisch motivierter Kannibalismus. Die mexikanische Kultur der Azteken opferte in religiösen Ritualen ein menschliches Herz ihrem Sonnengott. Das übrige Fleisch des Opfers bereiteten die Priester für die restliche Bevölkerung zum Verzehr zu.[3] In der christlichen Religion ist sogar das Ritual des Verzehrs von Fleisch und Blut des Erlösers bis heute erhalten geblieben, in symbolischer Form von Brot und Wein. Diese Art des Kannibalismus steht im Zusammenhang mit religiösen Vorstellungen und soll eine Verbindung zu höheren Mächten ermöglichen.

Die dritte Variante ist der durch Notsituationen motivierter Kannibalismus. In der Sowjetunion ist Kannibalismus in der Stalinzeit bei hungernden Menschen in den Lagern belegt. Sie haben das Fleisch der Verstorbenen zubereitet und gegessen.[4] Zwischen 1959 und 1961 kam er bei der durch eine Hungersnot geplagten chinesischen Bevölkerung vor.[5] Die Vorfälle sind schwer traumatisierend für die Betroffenen, da sie den Kannibalismus nicht freiwillig durchführen, sondern nur, um die Extremsituation überleben zu können.
Diese drei Formen des Kannibalismus weisen keine Übereinstimmungen der Motivation mit Vampyrismus auf. Der Kannibalismus ist keine geläufige Tradition in unserer Kultur, wodurch es nicht zu den normalen Sitten zählt, wie beim traditionellen und kulturellen Kannibalismus, sondern es ist im Vampyrismus eine kulturunabhängige Entscheidung, das Blut eines anderen Menschen zu trinken. Der Vampyrismus ist auch keine Religion, wo über feste Rituale das Trinken von Blut geregelt ist, wie das im religiösen oder mythologischen Kannibalismus der Fall ist. Vampyrismus geschieht ebenfalls nicht aus einer Notsituation heraus, sondern ist eine gewollte Handlung.

Die vierte Variante ist alchemistisch oder medizinisch motivierter Kannibalismus. In unterschiedlichen Kulturen ist belegt, dass Menschen ihre Feinde verspeisten, um deren Kraft in sich aufzunehmen. In Europa war es bis ins 18. Jahrhundert weit verbreitet, das Fleisch und Blut von Hingerichteten und verstorbenen, ungeborenen und ungetauften Kindern zu magischen Heilmitteln gegen Gicht, Arthrose und Epilepsie zu verarbeiten.[2] Pulverisierte menschliche Mumien galten bis ins 19. Jahrhundert als Heilmittel für alle erdenklichen Alterserscheinungen.[6] Bei dieser Form des Kannibalismus, herrscht der magische Glauben vor, dass sich die vermutete Heilungskraft der menschlichen Bestandteile auf den Konsument überträgt.

Die fünfte Variante ist der pathologisch oder sexuell motivierte Kannibalismus. In der Psychiatrie ist Kannibalismus als seltener sexueller Fetisch definiert. Es gibt sowohl Menschen, welche die sexuelle Fantasie haben andere zu verspeisen, als auch jene welche gerne gegessen werden wollen.[7] Issei Sagawa tötete in Paris eine Frau und aß Teile ihres Körpers. Armin Meiwes verabredete sich in Rotenburg mit einem Mann, der sich freiwillig töten und verspeisen lassen hatte. Der Kannibalismus ist in diesem Fall ein Mittel, um eine tiefe Bindung einzugehen mit einem anderen Menschen, indem das Gegenüber durch das Einverleiben wortwörtlich zu einem Teil des Kannibalen wird.
Diese beiden Formen des Kannibalismus haben ähnliche Motivationen wie der Vampyrismus. Im alchemistischen und medizinischen Kannibalismus soll eine Übertragung der Lebenskraft von einem Individuum zum anderen erfolgen. Vampyre leiden unter Beschwerden, sollten sie kein Blut zu sich nehmen können und fühlen sich durch den Konsum von Blut besser. Es ist also genau genommen ein Heilmittel für Vampyre, da sich die Lebenskraft des freiwilligen Spenders überträgt. Im pathologischen und sexuellen Kannibalismus wird eine tiefe Bindung zu dem Menschen, der sich verspeisen lässt angestrebt. Im Vampyrismus gibt es diese Verbindung in Form des Blutbandes, das durch den Austausch von Blut entstehen kann.

Es gibt weiterhin in vampyrischen Vorstellungen vom Blutkonsum einen fließenden Übergang zum Kannibalismus. Die Fantasien bei der Aufnahme von Blut reichen vom schlichten Öffnen der Haut, über das Beißen in Haut, bis hin zum Reißen von Stücken aus der Haut. Die moralischen Grenzen von Vampyren und die Verantwortung gegenüber dem freiwilligen Spender verbieten jedoch die Durchführung von Praktiken die zum Kannibalismus tendieren.

Es gibt sogar Individuen in der Vampyrgesellschaft, die ein Verlangen nach Menschenfleisch verspüren und den Konsum von Blut nur als Ersatzhandlung praktizieren. Sie bezeichnen sich selbst als Wyndigo, dass der mythologischen Gestalt des Windigo entlehnt ist. Es handelt sich um ein menschenfressendes Wesen, das Parallelen zum europäischen Werwolf aufweist. In Bezug auf die Mitglieder der Vampyrgesellschaft gibt es somit ebenfalls keine klare Grenze zum Kannibalismus.

Schlussendlich liegt der wichtige Unterschied zwischen Kannibalismus und Vampyrismus in den Auswirkungen, welche die Praktiken haben. Blut kann sich vollständig wieder regenerieren, während dies bei anderem Gewebe nicht möglich ist. Kannibalismus ist ein Eingriff in den Körper, der zu einer dauerhaften Schädigung führt. Es ist eine komplette oder teilweise Auslöschung des Gegenübers, durch das Einverleiben von Gewebeteilen. Im Vampyrismus bleibt das Gegenüber als vollständiges Individuum erhalten. Blut kann in kürzester Zeit wieder nachgebildet werden, ohne Nachteile für den freiwilligen Spender.
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Anwesend
Jeanette
Kyra
myotis

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