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Symptome bei Blutabstinenz
verfasst von Jeanette
veröffentlicht am 15. März 2014

Ein Vampyr, der über einen längeren Zeitraum seine Blutgier nicht stillen konnte, entwickelt verschiedene physische und psychische Auffälligkeiten, die sich negativ auf sein Wohlbefinden auswirken. Im Regelfall treten die verschiedenen Symptome nicht simultan oder in gleicher Intensität auf, sondern beginnen latent und summieren sich mit der Zeit auf.



Ein sehr häufig auftretendes und stark ausgeprägtes Symptom ist das Gefühl von Kraftlosigkeit, das auch mit den Anzeichen einer Depression einhergeht. Es äußert sich einerseits durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung, aber auch durch Konzentrationsschwäche und Zerstreuung. Das morgendliche Aufstehen fällt uns mit jedem Tag schwerer und die Schlafphasen werden zwar länger, aber trotzdem weniger erholsam. Der Konsum von koffeinhaltigen Getränken erhöht sich dadurch bei einigen auf ein ungesundes Maß, um mit Stimulantien das matte Gefühl zu überdecken.



Meistens stellt sich zusätzlich noch eine gewisse Rastlosigkeit ein, die mit Nervosität, Anspannung und Unruhe einhergeht. In Kombination mit der vorher erwähnten Kraftlosigkeit ist es natürlich besonders quälend sich innerlich vollkommen aufgewühlt, aber durch die Lethargie regelrecht gelähmt zu fühlen. Verschiedene Ticks wie Beinzittern, Fingertripeln oder Zuckungen sind in diesem Zusammenhang nicht ungewöhnlich. Die innere Unruhe kann sich aber auch als Reizbarkeit mit aggressiven Tendenzen manifestieren.



Die Blutabstinenz kann auch Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten haben, die sich aber in zwei verschiedene Extreme entwickeln können. Auf der einen Seite steht die Appetitlosigkeit, da das Unterdrücken der Blutgier dazu führen kann, dass wir jegliches Gefühl für Hunger oder Durst verlieren. Auf der anderen Seite stehen die Heißhungerattacken, die sich aus dem unbewussten Versuch entwickeln können, mit anderen Lebensmitteln ein Sättigungsgefühl auslösen zu wollen. Es ist folglich in den abstinenten Phasen besonders wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.



Es kommt auch häufig zu psychosomatischen Schmerzen, wie zum Beispiel starker Migräne oder diffusen Bauchschmerzen. In seltenen Fällen äußern sich die Schmerzen auch als Stechen im Brustbereich oder brennendes Gefühl im Hals. Sogar Muskel- und Gelenkschmerzen oder Verkrampfungen kommen gelegentlich vor. Die Schmerzen haben keine bekannte Ursache, die wir auf eine anerkannte Krankheit zurückführen können. Wir sollten mit einem Arztbesuch aber auch dringend eine medizinische Ursache ausschließen, bevor wir sie als Symptom für Blutabstinenz einordnen.



Es kann auch zu einer unangenehmen Überempfindlichkeit der Sinne kommen. Die Lichtsensibilität ist zwar ein häufiges Phänomen bei Vampyren, doch wir können sie durch regelmäßigen Blutkonsum deutlich lindern. In abstinenten Phasen ist die Sonnenbrille hingegen meistens ein notwendiges Accessoire, da grelles Sonnen- und Kunstlicht zunehmend unangenehmer wird. Die Geräuschempfindlichkeit steigert sich ebenfalls, was nicht dazu führt, dass wir besser hören können, sondern dass unangenehme Töne schneller unerträglich erscheinen. Bei einigen Vampyren ist auch der Geschmackssinn betroffen, was sich dahingehend äußert, dass das meiste Essen versalzen und überwürzt schmeckt.



Ein ungewöhnliches Symptom, das schon fast wie ein Klischee aus den Unterhaltungsmedien anmutet, ist das Auskühlen. Die Extremitäten sind davon am stärksten betroffen. Vampyre, die nicht sehr oft Blut zu sich nehmen, sehen es als völlig normal an, immer kalte Hände und Füße zu haben.

Unter Umständen kann dies mit einer unangenehmen Kälteempfindlichkeit einhergehen, die dazu führt, dass wir mehrere Kleidungsschichten tragen oder besonders lange in der heißen Badewanne zubringen bzw. unter der heißen Dusche stehen müssen, um uns wieder aufzuwärmen.



Für viele von uns gehören die Symptome leider zum normalen Alltag, da die meisten Vampyre weniger Blut zu sich nehmen, als sie tatsächlich benötigen. Die Menge und Häufigkeit ist in vielen Fällen so gering, dass die Beschwerden in regelmäßigen Abständen wieder auftauchen oder sogar permanent vorhanden sind.




© Jeanette von Nexus Noctis, März 2014


© Jeanette, Version vom 15. März 2014
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