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Erwachen
zugänglich für Besucher
verfasst von Jeanette
veröffentlicht am 11. März 2013
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In der Vampyrgesellschaft bezeichnet das Erwachen den Zeitraum der Selbstfindungsphase als Vampyr. Es handelt sich nicht um einen expliziten Zeitpunkt, sondern es ist ein langwieriger Prozess, der über mehrere Monate oder sogar Jahre andauert.



Die meisten Vampyre merken schon in frühster Kindheit, dass sie anders auf bestimmte Situationen reagieren, eine ungewöhnliche Gefühlswelt besitzen und besondere Interessen haben. Sie fühlen sich von ihrem Umfeld unverstanden oder sogar entrückt von der Welt, als gehörten sie nicht zur menschlichen Gesellschaft. Dieses Gefühl bohrt sich wie ein Splitter immer tiefer ins Fleisch. Irgendwann führt es uns zu der Erkenntnis, dass es dort draußen noch mehr geben muss und die Suche nach einer Erklärung beginnt.



Die aktive Suche nach Antworten ist der Beginn des Erwachens und die erste von fünf Phasen. Die Pubertät ist allgemein ein Lebensabschnitt der Selbstfindung und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass das Erwachen der meisten Vampyre zwischen 12 und 16 Jahren beginnt. Das Eingeständnis nicht normal zu sein, ist aber für viele sehr schwierig und sie verdrängen lange das Gefühl nicht zur menschlichen Gesellschaft zu gehören, wodurch das Erwachen manchmal auch bis ins hohe Alter hinaus gezögert wird. Bei einigen löst erst ein Katalysator, wie der Verlust eines geliebten Menschen, ein traumatisches Erlebnis oder ein besonderes Schlüsselereignis, die Beschäftigung mit sich Selbst aus. Unsere Wege sind völlig verschieden, aber das Ergebnis - die Suche nach Antworten - ist immer das gleiche.

Der Anfang gestaltet sich oft besonders schwierig, da wir auf der Suche nach etwas sind, von dem wir nicht einmal wissen was es sein könnte. In der Pubertät verstärken sich viele Symptome, wie zum Beispiel die Lichtempfindlichkeit, welche uns Anhaltspunkte liefern könnten. Aber der eindeutigste Hinweis - der Blutdurst - wird häufig nicht sofort als solcher erkannt, sondern erst nach einem Schlüsselereignis wie dem direkten Kontakt mit Blut identifiziert.



Früher oder später kommt es jedoch dazu, dass wir entweder die Parallelen zum Vampir bemerken, direkt auf die Definition vom Vampyr stoßen oder von einem eingeweihten Mitglied der Vampyrgesellschaft entdeckt und aufgeklärt werden. Damit Beginnt die zweite Phase des Erwachens: Das Belächeln der neuen Erkenntnis. Die meisten Vampyre wollen es im ersten Moment nicht wahrhaben und halten die Vorstellung ein Vampyr zu sein für grotesk oder sogar verrückt. Dennoch nagt diese Idee an unseren Nerven. Bücher und Internet werden zu Rate gezogen, um mehr Informationen zum Thema zu erhalten, aber dann alles wieder als Humbug abzutun. Die Phase der Selbstzweifel dauert oft nur wenige Tage an und wird dann von einer Phase der Euphorie abgelöst.



Irgendwann dringt es tatsächlich zu uns durch, dass wir nicht mehr alleine sind, sondern noch andere existieren, die ebenso denken und fühlen. Die familiäre Stimmung und der herzliche Umgang in der Vampyrgesellschaft, ist für viele ein positiver Schock der sie in eine euphorische Stimmung versetzt. Gleichzeitig macht sich aber die Angst breit, es könnte doch nicht der richtige Ort sein. Das Wissen wird wie ein Schwamm aufgesogen und Bestätigung bei bekennenden Vampyren gesucht. Die meisten sind in dieser Zeit sehr instabil und sehen vieles noch sehr verklärt. Diese Phase ist oft sehr lang und kann über mehrere Monate andauern.



Es kommt aber irgendwann die Phase der Desillusionierung. Hier gibt es zwei Mögliche Faktoren die einzeln oder zusammen auf uns einwirken können.
Erstens kann uns klar werden, dass wir als Vampyre auch sehr viele Nachteile haben und die Blutgier eine schlimme Qual sein kann, was sogar bei einigen in Selbsthass endet.

Zweitens bemerken wir, dass es auch in der Vampyrgesellschaft Idioten, Egoisten und Aufschneider gibt. Selbstzweifel und insbesondere die Zweifel an anderen Vampyren, lassen viele Bedenken aufkeimen. Es Beginnt eine Zeit des Misstrauens und es kommt die Frage auf, ob alles nur Einbildung sein könnte. Diese Phase lehrt uns aber oft etwas sehr wichtiges: Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit und auch Vampyre sind nicht perfekt.



Die fünfte Phase des Erwachens bildet gleichzeitig den Abschluss. Es ist die Akzeptanz von dem was wir sind, mit allen Vor- und Nachteilen. Es ist der Moment, in dem wir mit gutem Gewissen aussprechen können, dass wir Vampyre sind und dafür auch keine Bestätigung von anderen benötigen.



Es gibt viele Gründe, weshalb wir den Begriff „Erwachen“ anstatt zum Beispiel „Verwandeln“ verwenden.

Als Erstes handelt es sich nicht um eine Phase in der geistige und körperliche Veränderungen von statten gehen, sondern es treten Eigenschaften in den Vordergrund die schon immer in uns schlummerten. In dem wir es zulassen, dass unser Charakter sich voll entfalten kann, wachen die besonderen Eigenarten in uns auf. Ein Vampyr war auch vor dem Erwachen schon ein Vampyr. Das Erwachen ist nur das Zulassen der Erkenntnis und Akzeptieren dieser Tatsache.

Als Zweites beschreibt es metaphorisch den Dämmerzustand in dem wir uns befinden. Wir treten langsam von der Traumwelt die wir uns aufgebaut haben, hinein in die Wirklichkeit, wo wir unser wahres Selbst finden können.

Zusammenfassend ist das Erwachen also ein Erkennen und kein Verändern.




© Jeanette von Nexus Noctis, März 2013




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